DIE GMBH UND UG

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (im Folgenden: GmbH) und die Unternehmergesellschaft (im Folgenden: UG (haftungsbeschränkt)) sind Kapitalgesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit (= juristische Personen), bei denen die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist.
GmbH und UG (haftungsbeschränkt) treten – vertreten durch die Geschäftsführung – selbstständig im Geschäftsverkehr auf, können selbst klagen und verklagt werden, sie können Eigentum erwerben und eigenes Vermögen besitzen. Sie sind eigenständig steuerpflichtig. Die eigenen Rechte und Pflichten der GmbH und der UG (haftungsbeschränkt) bestehen losgelöst von denen der Gesellschafter und der Geschäftsführer.

 

WAS IST EINE GMBH?

Die GmbH ist die in Deutschland mit Abstand häufigste Gesellschaftsform für Kapitalgesellschaften.
Die GmbH gilt als Handelsgesellschaft im Sinne des Handelsgesetzbuchs. Die rechtlichen Grundlagen befinden sich im GmbHG. Weitere Vorschriften enthalten die §§ 238–342a HGB zur Rechnungslegung, das Umwandlungsgesetz und die Insolvenzordnung.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, abgekürzt GmbH, ist nach deutschem Recht eine Rechtsform für eine juristische Person des Privatrechts, die zu den Kapitalgesellschaften gehört.

 

WAS IST EINE UG (HAFTUNGSBESCHRÄNKT)?

So unterscheiden sich GmbH und UG (haftungsbeschränkt):

Sowohl die GmbH mit einem Stammkapital von 25.000 Euro als auch die UG (haftungsbeschränkt) sind Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Die Vorschriften für die GmbH, nämlich das GmbH-Gesetz, ist auf beide Formen anwendbar.
Das Mindeststammkapital der GmbH beträgt 25.000 Euro. Bei der UG (haftungsbeschränkt) handelt es sich um ein Einstiegsmodell in die GmbH für Unternehmen, insbesondere Existenzgründungen, mit geringer Kapitalausstattung. Das Stammkapital der UG (haftungsbeschränkt) beträgt mindestens ein Euro!
Die UG (haftungsbeschränkt) bietet eine Alternative zu ausländischen Rechtsformen mit geringem Stammkapital, bei denen sich der Existenzgründer unbekannten ausländischen Rechtsvorschriften unterwerfen muss (zum Beispiel die englische Limited).
Bis auf den Unterschied im Stammkapital gleicht die UG (haftungsbeschränkt) weitgehend der GmbH. Die UG (haftungsbeschränkt) kann sich jedoch zur GmbH heraufarbeiten. Die UG (haftungsbeschränkt) ist verpflichtet, jedes Jahr ein Viertel des Jahresüberschusses (abzüglich Verlustvortrag) in die Rücklagen einzustellen. Wenn diese Rücklagen das Stammkapital von 25.000 Euro erreicht haben, kann sie über eine Kapitalerhöhung ohne Rechtsformwechsel zur GmbH werden (siehe Ziffer 11).

 

WIE GRÜNDE ICH EINE GMBH ODER EINE UG?

​Die GmbH beziehungsweise die UG (haftungsbeschränkt) wird durch die Gesellschafter gegründet. Der erste Schritt auf dem Weg zur GmbH oder zur UG (haftungsbeschränkt) ist der Abschluss eines Gesellschaftsvertrages – auch Satzung genannt - zwischen den Gesellschaftern. Er muss von allen Gesellschaftern unterschieben und notariell beurkundet werden. Wenn ein Gesellschafter bei der Vertragsunterzeichnung nicht persönlich anwesend sein kann, ist eine Vertretung möglich. Der Bevollmächtigte muss dann eine Vollmacht vorlegen, die von einem Notar beglaubigt wurde.

 

INHALT DES GESELLSCHAFTSVERTRAGES

Ein Gesellschaftsvertrag muss folgenden Mindestinhalt haben:

  1. Firma

  2. Sitz der Gesellschaft

  3. Gegenstand des Unternehmens

  4. Betrag des Stammkapitals bei der GmbH

  5. Betrag des Stammkapitals bei der UG (haftungsbeschränkt)

  6. Informationen über die Gesellschafter

  7. Vertretungsregelung


 

DIE HAFTUNG DES GESCHÄFTSFÜHRERS

Dem Geschäftsführer obliegt die Leitung der Gesellschaft. Dazu hat er treuhänderisch fremde Vermögensinteressen und die Sorge für einen reibungslosen, effizienten und gewinnorientierten Betriebsablauf wahrzunehmen. Dabei unterliegt der Geschäftsführer verschiedenen Haftungsrisiken. Um nur einige der wichtigsten zu nennen:

  • Vertrauenshaftung und Haftung bei Vertretung

  • Haftung im Bereich Steuern / Buchführung

  • Haftung im Bereich des Sozialversicherungsrechts

  • Haftung in der Insolvenz

  • Neu: vorverlagerte Haftung

 

ANMELDUNG ZUR EINTRAGUNG

Nach Einzahlung des Stammkapitals ist die Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister durch den oder die Geschäftsführer anzumelden.

Die Geschäftsführer müssen bei der Anmeldung der GmbH beim Handelsregister schriftlich versichern, dass keine Umstände (Ausschlussgründe - siehe oben) vorliegen, die ihrer Bestellung entgegenstehen. Daneben ist auch zu erklären, ob die in der Satzung vereinbarten Leistungen auf die Stammeinlage bewirkt wurden und ob sich das Stammkapital endgültig zur freien Verfügung der Geschäftsführer befindet.

 

WIRKUNG DER EINTRAGUNG

Zu beachten ist, dass die GmbH und die UG (haftungsbeschränkt) erst mit der Eintragung in das Handelsregister entstehen. Bis zur Eintragung in das Handelsregister sind zwei Phasen zu unterscheiden, nämlich die Phase der Vorgründungsgesellschaft und die der Vorgesellschaft (auch bezeichnet als Vor-GmbH, GmbH in Gründung oder GmbH i. G.).

Eine Vorgründungsgesellschaft liegt vor, wenn rechtsverbindliche Vereinbarungen der Gründer mit dem Ziel, einen GmbH-Vertrag oder eine UG (haftungsbeschränkt)-Satzung miteinander abzuschließen, bestehen. Eine Vorgründungsgesellschaft ist rechtlich als Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu qualifizieren. Deshalb besteht in dieser Phase auch ein persönliches Haftungsrisiko für Verbindlichkeiten, die für die erst noch zu gründende Gesellschaft eingegangen wurden. Eine Haftungsfreistellung müsste ausdrücklich mit den Vertragspartnern vereinbart werden.
Von einer Vor-GmbH spricht man, wenn der GmbH-Vertrag notariell beurkundet wurde (siehe Ziffer 8.). Die Vor-GmbH ist gesetzlich nicht geregelt, aber durch die Rechtsprechung als Gesellschaft eigener Art anerkannt. Die Vor-GmbH kann Trägerin von Rechten und Pflichten sein. So ist die Vor-GmbH beispielsweise namens- und firmenfähig. Daher darf die Vor-GmbH schon vor der Eintragung in das Handelsregister unter ihrer Firma auftreten. Allerdings muss sie dann den Zusatz "in Gründung" oder "i. G." führen, da sonst ein unzulässiger Firmengebrauch vorliegen würde. Die vor der Eintragung der GmbH handelnden Personen haften persönlich und gesamtschuldnerisch. Diese Handelndenhaftung endet mit der Eintragung im Handelsregister. Unabhängig davon haften auch die Gesellschafter für Verbindlichkeiten der Vor-GmbH.

 

GRÜNDUNGSKOSTEN

Die Gründungskosten sind vom Stammkapital und Geschäftswert und davon abhängig, ob das kostengünstigere Gründungsprotokoll oder ein individueller Gesellschaftsvertrag verwendet wird.

Aber wenn man so viel wie möglich selber anmeldet und Standardverträge nutzen kann, sollte man mit ca. 1.000 EUR Kosten für die Gründung planen.

 

ÜBERGANG DER UG ZUR GMBH

Die UG (haftungsbeschränkt) kann durch eine Kapitalerhöhung ohne Rechtsformwechsel zur "echten" GmbH werden. Der bloße Umstand, dass die UG (haftungsbeschränkt) ein Eigenkapital in Höhe der Mindestkapitalsumme von 25.000 Euro faktisch erreicht hat, führt für sich allein gesehen jedoch noch nicht zu einem Übergang zur regulären GmbH.

Die Kapitalerhöhung bedarf vielmehr einer formellen Satzungsänderung. Voraussetzung ist ein Gesellschafterbeschluss, der mit einer Dreiviertelmehrheit der abgegebenen Stimmen ergeht und notariell beurkundet ist. Die Kapitalerhöhung wird - wie jede andere Satzungsänderung - erst mit der Eintragung ins Handelsregister wirksam.
Mit Eintragung der Kapitalerhöhung gelten für die Gesellschaft die Sonderregelungen des § 5a Abs. 1-4 GmbHG nicht mehr. Die Gesellschaft darf ihre bisherige Firma mit dem eigentlich obsolet gewordenen Rechtsformzusatz "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)" weiterführen oder sich in "GmbH" umfirmieren. Die Umfirmierung der Gesellschaft in "GmbH" bedarf als Änderung des Gesellschaftsvertrages ebenfalls eines notariell beurkundeten Gesellschafterbeschlusses und der Anmeldung zum Handelsregister. Die Firmenänderung kann dabei im gleichen Gesellschafterbeschluss erfolgen, in dem die Kapitalerhöhung festgesetzt wird. Auch die Anmeldung zur Eintragung der Änderungen in das Handelsregister kann in einem Vorgang geschehen.
Die Erhöhung des Stammkapitals kann aus der gesetzlich gebildeten Rücklage erfolgen, zu der die UG (haftungsbeschränkt) nach § 5a Abs. 3 GmbhG verpflichtet ist. Die Gesellschafter müssen aber nicht warten, bis eine entsprechende gesetzliche Rücklage zur Verfügung steht, sondern können schon zu jedem Zeitpunkt davor das Stammkapital durch eine reguläre Bar- oder Sachkapitalerhöhung auf die Höhe der Mindeststammkapitalziffer erhöhen.
Mit Urteil vom 19. April 2011 (Az.: II ZB 25/10) hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass das Sacheinlageverbot einer UG (haftungsbeschränkt) für eine den Betrag des Mindestkapitals einer regulären GmbH erreichende oder übersteigende Erhöhung des Stammkapitals nicht gilt. Das bedeutet, dass der Übergang einer UG (haftungsbeschränkt) zu einer GmbH auch durch Sacheinlagen erfolgen kann.

 

VOR- UND NACHTEILE

​Vorteile:

  • Haftungsbeschränkung auf das Unternehmensvermögen

  • Aus steuerrechtlicher Sicht kann eine GmbH vorteilhaft sein

  • Die GmbH hat ein gutes Ansehen bei Kunden und Geschäftspartner und gilt als seriös


Nachteile:

  • Es muss eine Stammeinlage von 25.000 Euro als Haftungskapital hinterlegt werden

  • Gründung der GmbH, das Erstellen oder Ändern der Satzung oder die Übertragung von Geschäftsanteilen müssen immer notariell beurkundet in das Handelsregister eingetragen werden

  • Die Haftungsregeln für Gesellschafter und Geschäftsführer sind streng, hier können bei Vernachlässigung der zahlreichen gesetzlichen Pflichten steuerliche oder gar strafrechtliche Konsequenzen drohen

  • Auch eine unbeschränkte persönliche Haftung des Geschäftsführers oder der Gesellschafter mit dem Privatvermögen ist dann möglich

  • Die GmbH unterliegt Bilanzregeln des Handelsgesetzbuches, diese sind verglichen mit den Vorschriften, die etwa für eine GbR gelten, sehr viel komplexer

  • Keine Ist-Besteuerung möglich, sondern Soll-Besteuerung

 
 

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