EINZELUNTERNEHMEN GRÜNDEN

Du hast dich entschieden Einzelunternehmer zu werden?

Sehr gut... Hier findest du eine Definition und die 4 nötigen Schritte zur Gründung deines Einzelunternehmens.

Du kannst den kompletten Artikel lesen oder direkt zu den für dich relevanten Überschriften springen. Einfach die nachfolgenden Buttons klicken... 

 

 

Was ist ein Einzelunternehmen?

Grundsätzlich kann man das Einzelunternehmen (oder Einzelunternehmer) in zwei Kategorien unterteilen:

  • einzelne natürliche Personen, die einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, zum Beispiel Freiberufler, Gewerbetreibende sowie Land- und Forstwirte

  • das Unternehmen eines eingetragenen Kaufmannes/ einer eingetragenen Kauffrau im Sinne des Handelsgesetzbuchs

 

Ein Einzelunternehmen wird also nie von mehreren, sondern immer nur von einer (einzelnen) Person gegründet. Diese kann allerdings beliebig viele Mitarbeiter einstellen.

Wichtig zu wissen: Das Einzelunternehmen ist eine eigenständige Rechtsform.

Sie muss klar von Ein-Personen-Kapitalgesellschaften wie Ein-Personen-GmbH oder Ein-Personen-UG unterschieden werden

 

 

Was ist ein Einzelunternehmen und welche Rechtsform hat es?

Das Einzelunternehmen ist eine eigenständige Rechtsform, zählt zu den Personengesellschaften und wird immer nur von einer (einzelnen) Person gegründet.

Grundsätzlich kann man das Einzelunternehmen (oder Einzelunternehmer) in drei Kategorien unterteilen:

Kaufleute, Freiberufler und Landwirte

Die Kaufleute​

Jeder Gewerbetreibende kann ein Kaufmann sein.

Ein Gewerbe liegt vor, wenn der Zweck der Tätigkeit darin liegt, Waren herzustellen, Produkte zu verkaufen oder Dienstleistungen nicht selbst zu erbringen, sondern hauptsächlich zu vermitteln.

Dazu gehören z.B. Einzelhändler, Handwerksbetriebe, Makler.

 

Unterschieden werden die Gewerbetreibenden danach, ob ihr Gewerbe eine kaufmännische Organisation erfordert („Ist-Kaufmann“ bzw. „Voll-Kaufmann“) oder nicht (Kleingewerbetreibender).

  • Der Kleingewerbetreibende

Der Großteil der Einzelunternehmer beginnt als Kleingewerbetreibender.

Denn wenn du beispielsweise einen Kiosk, ein Blumengeschäft oder ein Nagelstudio eröffnest, benötigst du zunächst keine nennenswerte Organisation.

Du wirst weder hohe Umsätze, die eine umfangreiche Buchhaltung erfordern, noch viele Mitarbeiter beschäftigen, die eine Personalplanung erfordern. Auch die Zahl der Niederlassungen beschränkt sich meist auf Eine. Zudem gibt es weitere Kriterien, anhand derer sich bestimmen lässt, ob der Betrieb einen kaufmännischen Umfang hat bzw. erfordert (z.B. Betriebsvermögen, Kredithöhe, internationale Tätigkeit u.ä.). Entscheidend ist stets das Gesamtbild.

 

Als Kleingewerbetreibende musst du dich nicht in das Handelsregister eintragen lassen.

Du kannst dich aber eintragen lassen und dadurch zum Kaufmann werden. Dann trägt dein Geschäft die Bezeichnung „eingetragener Kaufmann (e.K.).“ Eine solche Bezeichnung wirkt natürlich repräsentativer, jedoch gehen damit auch Pflichten einher, z.B. die Pflicht der doppelten Buchführung und Bilanzierung. Mehr dazu findest du in einem anderen Artikel: Kleingewerbe

  • Der (Voll-) Kaufmann

Erreicht dein Geschäftsbetrieb einen Umfang, der eine kaufmännische Organisation erfordert, wirst du automatisch zum Vollkaufmann. In diesem Fall bist du verpflichtet, dich in das Handelsregister eintragen zu lassen, ob eine Eintragung tatsächlich erfolgt oder nicht, ändert nichts an deinem Status.

Durch die Eintragung und den Zusatz „e.K.“, erscheint dein Unternehmen solider.

Andererseits gehen damit einige Pflichten einher, z.B. nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuches Bücher und Bilanzen zu führen.

Die Freiberufler

Freiberufler haben klare Vorteile gegenüber gewerbetreibenden Kaufleuten.

Als Freiberufler musst du weder ein Gewerbe anmelden, noch eine Gewerbesteuer entrichten.

Auch besteht keine doppelte Buchführungspflicht und du bist von der Zwangsmitgliedschaft in der IHK (Industrie- und Handelskammer) befreit. Ferner kannst du mit anderen Freiberuflern eine besondere Form der Gesellschaft, die sog. Partnerschaftsgesellschaft (PartG), gründen.

Allerdings ist für die Gründung des Einzelunternehmens an sich trotzdem eine Anmeldung beim Finanzamt erforderlich.

Welche Berufsgruppen als Freiberufler gelten, ist in verschiedenen Gesetzen (vgl. § 1 Abs. 2 Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG), § 18 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EStG)) festgelegt.

Grundlage der freien Berufe ist meistens eine besondere berufliche Qualifikation oder eine künstlerische Begabung des Berufsträgers. Freiberufler erbringen eigenverantwortlich und fachlich unabhängig Dienstleistungen höherer Art. Klassische Freiberufler sind z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten oder Journalisten. Aber auch Dienstleister des kreativen Bereiches (Werbetexter, Webdesigner u.ä.) oder im Bereich der Heilberufe (z.B. Masseur, Ergotherapeut etc.) gehören dazu.

Weitere freie Berufe findest du hier aufgelistet: Katalog der Freiberufler

Der Kreis der Freiberufler ist nicht abschließend festgelegt. Durch neue Entwicklungen im Bereich der Forschung, Wissenschaft oder Kultur entstehen immer neue Berufe, die unter die oben genannten Kriterien fallen.

Hast du noch Zweifel über deinen beruflichen Status, so können dir folgende Fragen bei der Orientierung helfen.

  • Hast du einen akademischen Abschluss oder eine höhere Bildung?

  • Sind die Stundensätze erfahrungsgemäß hoch?

  • Ist deine Tätigkeit inhaltlicher/konzeptioneller Natur?

  • ​Hast du aufwendige Zusatzausbildungen absolviert, die für deine Tätigkeit erforderlich sind?

  • Besteht zwischen dir und deinen Kunden ein besonderes Vertrauensverhältnis?

  • Ist der kreative Anteil deiner Dienstleistung besonders hoch?

Hast du die meisten Fragen mit Ja beantwortet, ist es sehr wahrscheinlich, dass du einen freien Beruf ausübst.

Die Landwirte

Auch Landwirte sind keine Kaufleute und betreiben kein Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung. Landwirt ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der sich mit der Herstellung pflanzlicher oder tierischer Erzeugnisse auf einer bewirtschafteten Fläche beschäftigt. Dazu gehören Betriebe der Tierzucht, der Land- und Forstwirtschaft, des Garten- und Weinbaus sowie der Fischerei und des Bergbaus. Diese Betriebe dürfen ihre Erzeugnisse verkaufen ohne ein Gewerbe anzumelden.

Jedoch unterliegen Landwirte der Pflicht sich bei den Landwirtschaftskammern anzumelden.

Wichtig zu wissen: Sie muss klar von Ein-Personen-Kapitalgesellschaften wie Ein-Personen-GmbH oder Ein-Personen-UG unterschieden werden.

Was spricht für eine Gründung eines Einzelunternehmens? 

Einiges... wie z.B.

  • Einfache Gründung

Jeder kann ein Einzelunternehmen gründen. Es gibt hier keine Hürden und kaum Formalien. Eine Gewerbeanmeldung genügt meistens.

Nachteil: Der Status der Rechtsform ist nicht der Beste im Markt.

  • Kein Stammkapital

​Anders als z.B. bei einer GmbH, gibt es bei einem Einzelunternehmen kein erforderliches Mindestkapital.

Nachteil: Du haftest mit deinem gesamten Vermögen

  • Keine Gründungskosten

Wenn man von der Gebühr für die Gewerbeanmeldung absieht, ist die Gründung eines Einzelunternehmens kostenfrei. Dies gilt zumindest für Kleingewerbetreibende. Lassen Sie sich als Kaufmann eintragen oder vergrößert sich der Betrieb, ist eine Eintragung in das Handelsregister erforderlich (§ 29 HGB). In diesem Fall kommen Notar- und Gerichtskosten in Höhe von 200-300 € hinzu.

Nachteil: Auch hier wieder, Status ist im Markt nicht sonderlich anerkannt.

  • Steuervorteile durch Kleinunternehmerregelung

Viele Einzelunternehmen können von der Kleinunternehmerregelung profitieren. Wenn Du im ersten Jahr deiner Geschäftstätigkeit weniger als 22.000 € umsetzt, wirst du von der Umsatzsteuer befreit (§ 19 UStG).

Die Befreiung gilt auch für das Folgejahr, wenn ein Umsatz von weniger als 50.000 € erwartet wird. Die Kleinunternehmerregelung kommt für viele Kleingewerbetreibende in Betracht.

Nachteil: Du kannst auch keinen Vorteil aus der Umsatzsteuer beziehen, wer keine zahlt, kann keine geltend machen.

  • Keine Gewinnaufteilung

Anders als bei einer Gesellschaft, müssen die Gewinne eines Einzelunternehmens nicht unter den Gesellschaftern aufgeteilt werden. Als Einzelunternehmer können Sie auch frei entscheiden, wie viel Kapital Sie in der Gesellschaft belassen wollen und zu welchem Zweck dieses eingesetzt werden soll.

Nachteil: Sie verdienen alleine, sie haften alleine. Einbindung eines Geschäftspartners nicht möglich.

 
 
 
 

 

Wie gründest du dein Einzelunternehmen?

Wie Du bereits weißt ist die Gründung des Einzelunternehmen überraschend einfach.

Das liegt vor Allem daran, dass es nur einen Inhaber gibt, so dass keine Verträge notariell beglaubigt werden müssen oder Kapital für die Mindesthaftung aufgebracht werden muss. 

Alles was Du zur Gründung benötigst ist: 

  1. Eröffnung eines Geschäftskontos

  2. Eventuell Genehmigungen einholen

  3. Gewerbe anmelden

  4. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen

 

Nachfolgend findest Du die einzelnen Schritte nochmal im Detail.

 

Schritt 1: Eröffnung eines Geschäftskontos

Es ist keine Pflicht sich als erstes ein Geschäftskonto zu eröffnen.

Aber du solltest sofort anfangen deine privaten von deinen neuen geschäftlichen Ausgaben zu trennen. 

Es ist deutlich übersichtlicher, einfacher nachzuvollziehen und auch für das Finanzamt angenehmer.

Ein Geschäftskonto ist in vielen Fällen kostenlos (inkl. Kreditkarte), für geschäftliche Anwendung ausgelegt, für die mobile Nutzung programmiert. Also ich kann nur empfehlen einen Vergleich zu machen und die Vorteile heutiger Onlinekonten für sich zu entdecken und zu nutzen.

Beim Geschäftskonto-Vergleich von Financescout24.de könnt ihr sogar euren prognostizierten Geldeingang und das durchschnittliche Guthaben angeben und mit in die Empfehlung einfließen lassen. 

Meine beiden persönlichen Favoriten:

Für die Smartphone Nutzer: N26

Für den Allrounder:    ING Diba

 

 

Schritt 2: Eventuelle Genehmigungen einholen

Für gewisse Tätigkeiten werden Genehmigungen verlangt.

Das gilt vor allem für Handwerker, die bspw. Ihren Meisterbrief vorlegen müssen.

Informiere dich daher unbedingt im Vorfeld, welche Erlaubnisse du brauchst und wie du deine Fähigkeiten nachweisen kannst.

 

 

Schritt 3: Gewerbe anmelden

Jet das Wichtigste, das Gewerbe muss angemeldet werden

Bereits in sehr vielen Städten kann man online eine Gewerbeanmeldung einreichen.

Einfach das dafür vorgesehene Formular herunterladen und ausfüllen. 

Abgefragt wird: 

  • Name des Unternehmens

  • Rechtsform

  • persönliche Daten

  • Inhalt (Ziel) der Unternehmung

  • Kontodaten

Die Kosten für eine Genehmigung liegen bei ca. 25-50 Euro und müssen vor Erteilung der Genehmigung bezahlt werden.

 

 

Schritt 3.1: Freiberuflichkeit anmelden

Wenn Du als Freiberufler tätig sein willst, also beispielsweise als selbstständiger Journalist, Künstler, Heilpraktiker oder auch Anwalt brauchst du kein Gewerbe anmelden.

Allerdings brauchst du auch als Freiberufler eine Steuernummer, diese kann aber formlos beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Das kostet auch nichts.

 

 

Schritt 4: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Egal ob Gewerbetreibender oder Freiberufler – um offiziell als Einzelunternehmer aktiv werden zu können, musst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen, den du nach der Gewerbeanmeldung von deinem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommst.

 

Wenn du von der Kleinunternehmerregelung profitieren möchtest, musst du das in diesem Fragebogen angeben.

Den Steuerbogen und die dazugehörige Anleitung findest du hier:  Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Tipp: Ruhig jetzt schon über einen Steuerberater nachdenken.

          Ein guter Steuerberater ist nicht als Kosten, sondern als Gewinn anzusehen.

Mehr Informationen zur Besteuerung des Einzelunternehmens findest du hier: Steuern für Einzelunternehmer

Erste Tipps für dich: Mit diesen 15 Tipps sparst du sofort Steuern

 
 

 

Schritt 5: Eintragung ins Handelsregister

Dieser Schritt ist nur relevant, wenn Sie ihr Einzelunternehmen als eingetragener Kaufmann beziehungsweise als eingetragene Kauffrau gründen möchten.

Folgende Informationen werden hierfür verlangt:

 

  • Geschäftsführer und Prokura

  • Anschrift/Unternehmenssitz

  • Name des Unternehmens

  • Rechtsform

  • Gegenstand des Unternehmens

  • Kapital

Für die Eintragung ins Handelsregister werden Kosten von ca. 150 EUR fällig. (Bspw. für Notar und Gericht)

 

Alle anderen Einzelunternehmer sind nicht dazu verpflichtet, ihr Unternehmen ins Handelsregister eintragen zu lassen.

Sie können es aber freiwillig tun.

 

Eintragung ins Handelsregister

Die Eintragung ins Handelsregister ist in den meisten Fällen nur freiwillig.

 

Sie ist nur relevant, wenn Du dein Einzelunternehmen als eingetragener Kaufmann beziehungsweise als eingetragene Kauffrau gründen/registrieren möchtest oder musst (ab einer bestimmten Umsatzgröße).

 

Folgende Informationen werden hierfür verlangt:

 

  • Geschäftsführer und Prokura

  • Anschrift/Unternehmenssitz

  • Name des Unternehmens

  • Rechtsform

  • Gegenstand des Unternehmens

  • Kapital

Die Eintragung ins Handelsregister kostet ca. 150 - 300 EUR (bspw. für Notar und Gericht).

 

Wie gesagt, in den meisten Fällen ist die Eintragung freiwillig.

 

 

Vorteile und Nachteile vom Einzelunternehmen

Hier nun noch einmal die Vor- und Nachteile kurz zusammengefasst:

Vorteile

  • einfacher Gründungsprozess

  • geringe Gründungskosten

  • kein Stammkapital notwendig

  • kein Gesellschaftsvertrag oder Satzung erforderlich

  • keine Pflicht zur Offenlegung der Jahresabschlüsse (außer bei Jahresumsätzen im mehrstelligen Millionenbereich)

  • schnelle Entscheidungsprozesse durch alleinigen Inhaber

  • gute Chancen auf Kreditvergabe

  • oftmals keine Eintragung ins Handelsregister notwendig

Nachteile

  • vollständige Haftung – auch mit dem Privatvermögen

  • Aufbringen von Eigenkapital häufig schwierig

  • oftmals fehlende zweite Meinung in Entscheidungsprozessen

  • Aufnahme weiterer Inhaber nicht möglich (nur nach Änderung der Rechtsform)

  • Risiko finanzieller Verluste im Krankheitsfall

  • mögliche Schwierigkeiten bei mangelndem Know-How des Inhabers

  • keine Körperschafts- sondern Einkommenssteuer

 

Haftung eines Einzelunternehmers

Der Einzelunternehmer haftet mit seinem gesamten Vermögen.

Das ist eigentlich alles was du wissen musst. 

Im Gegensatz zu einer GmbH oder einer UG (haftungsbeschränkt), also Kapitalgesellschaften, haftest du als Einzelunternehmer mit deinem gesamten Vermögen. Das bedeutet, dass bei Schulden, die aus betrieblichen Handlungen entstanden sind, auch dein privates Vermögen herangezogen werden kann.

Solltest du deine Verbindlichkeiten also nicht mehr bedienen können, droht dir die Privatinsolvenz.

 

 

Steuern von Einzelunternehmen

Unter anderem beantworten wir dir die folgenden Fragen:

  • Welche Steuern fallen bei einem Einzelunternehmer an?

  • Welche Regeln gelten für Steuern von Einzelunternehmern bei der Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer?

  • Wie berechnen sich die Steuern bei Einzelunternehmen?

  • Wie kann ich Steuern sparen?

Steuern beim Einzelunternehmen: Berechnung und Buchhaltung (EÜR)

Als Einzelunternehmer erhältst du keinen Lohn für deine Tätigkeit sondern beziehst dein Einkommen direkt auf den Gewinnen des Einzelunternehmen. Daher zahlst du als Einzelunternehmer auch Einkommenssteuer (geregelt im Handelsgesetzbuch (HGB) und der Abgabenordnung (AO)).

 

Folgende Steuern zahlen Einzelunternehmen abhängig von Umsatz und Gewinn:

  • Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer

  • Umsatzsteuer

  • Gewerbesteuer

Die Grundlage für deine Besteuerung ist die Buchhaltung. Du bist verpflichtet alle Einnahmen und Ausgaben deiner gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit zu erfassen. Damit ermittelst du dann den Gewinn, der wiederum die Bemessungsgrundlage für die einzelnen Steuern bildet. Als Einzelunternehmer musst du dich daher mit der sogenannten Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) beschäftigen.

 

EÜR für Einzelunternehmen

Wenn Du nicht mehr als 60.000 Euro Gewinn oder nicht mehr als 600.000 Euro Umsatz erwirtschaftest, kannst du eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) erstellen. Die EÜR ist mit dem Formblatt „EÜR“ bei der Einkommensteuererklärung abzugeben. Liegt der Umsatz oberhalb von 600.000 Euro oder der Gewinn höher als 60.000 Euro, unterliegst du der Buchführungspflicht und musst am Jahresende eine komplette Bilanz erstellen.

Freiberufler dürfen unabhängig von Gewinn oder Umsatz immer eine EÜR abgeben.

Eine weitere Ausnahme gilt für Kleingewerbetreibende die unter die sogenannte Kleinunternehmerregelung fallen.

Kleinunternehmerregelung

Seit 1. Januar 2020 haben sich die Umsatzgrenzen erhöht. Einzelunternehmer die einen jährlichen Umsatz von bis zu maximal 22.000 Euro erzielen, können die Einstufung als Kleinunternehmer nach § 19 UStG beim Finanzamt beantragen, das erfolgt mit er steuerlichen Erfassung bei der Meldung an das zuständige Finanzamt. Solange du unter den 22.000 Euro bleibst, kannst du deine Gewinnermittlung sogar formlos zur Einkommenssteuererklärung einreichen (falls Du also 23.000 Euro Umsatz erwirtschaftest fällst du nicht mehr unter die Kleinunternehmerregelung (es gibt Ausnahmen) und du musst deine EÜR über das oben erwähnte Formblatt „EÜR“ einreichen.

 

Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer beim Einzelunternehmen

Zur Ermittlung der Steuerpflicht musst du alle geschäftlichen Vorgänge dokumentieren, archivieren und zehn Jahre lang aufbewahren. Heutzutage findet man schon sehr praktische Software im Internet die einem vieles erleichtern und abnehmen kann. Nichtsdestotrotz solltest du alle Dokumente nach Einnahmen und Ausgaben chronologisch ordnen und ablegen, denn bei einer Betriebsprüfung musst du alle Unterlagen beim Finanzamts geordnet vorlegen können. Auch Online-Rechnungen müssen zusammen mit der E-Mail digital archiviert werden. Außerdem solltest du alle Ausgangsrechnungen und die Zahlungseingänge mit Kontoauszügen abheften. Gleiches gilt natürlich auch für Betriebsausgaben, die du mit den Originalbelegen ablegen musst.

Der Gewinn errechnet sich dann logischerweise aus Einnahmen abzüglich der Ausgaben. Und anhand dieses Gewinns errechnet sich die Einkommenssteuer. Grundlage für die Einkommensteuer ist das Einkommensteuergesetz (EStG) und die Einkommenssteuer Durchführungsverordnung (EStDV). Die Steuerpflicht beginnt ab dem sogenannten Existenzminimum (9.408 EUR in 2020, bzw. 18.816 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare und eingetragene Lebenspartner). Die Einkommenssteuer wird pro Kalenderjahr ermittelt. Neben der Einkommensteuer musst du auf den  Gewinn noch den Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent zahlen und als Kirchenmitglieder sogar noch Kirchensteuer für deine Religionsgemeinschaft dazu.

Die Höhe der Steuer hängt vom Gesamteinkommen ab. Desto höher dein Gesamteinkommen, desto höher deine Steuerlast. Das nennt man Steuerprogression. Bei den ersten Euros über dem Existenzminimum zahlt man 14 Prozent. Danach steigt der Prozentsatz immer stärker an. Zwischen 10.000 Euro und 14.000 Euro sind es 17,2 Prozent. Danach dann schon 24,7 Prozent. Zwischen 20.000 und 26.000 Euro sind es bereits 27 Prozent. Und ab 53.666 Euro sind wir beim sogenannten Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Und ab 254.477 Euro sind es sogar 45 Prozent, das trifft allerdings nur auf 1 Prozent aller Steuerschuldner zu. Und solltest du doch sehr schnell in diese Sphären vordringen, empfehle ich dir dringend einen guten Steuerberater.

Achtung: Auf die Einkommenssteuerlast musst du jedes Vierteljahr eine Vorauszahlung leisten. Deren Höhe bestimmt das Finanzamt auf der Basis der Steuerzahlungen im Vorjahr. Die Einkommensteuervorauszahlungen sind immer am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig. Für das gesamte Geschäftsjahr muss bis zum 31. Mai des Folgejahres eine Einkommensteuererklärung erstellt und an das Finanzamt übermittelt werden.

 

Umsatzsteuer und Vorsteuerabzugsberechtigung

Die Umsatzsteuer ist eine Endverbrauchersteuer, die Unternehmen bei allen Waren und Dienstleistungen aufschlagen und an den Staat weiterleiten müssen.

Bei einem Endverbraucher heißt sie Mehrwertsteuer. Der Mehrwertsteuersatz liegt aktuell bei 19 Prozent. Neben diesem Satz gibt es noch die reduzierte Mehrwertsteuer von nur sieben Prozent. Diese gilt für Grundnahrungsmittel sowie Güter des täglichen Verbraucherbedarfes.

Zwischen Unternehmen heißt diese Verbrauchssteuer Umsatzsteuer. Jeder muss diese auf die Rechnungsbeträge aufrechnen, die er anderen Unternehmen oder Verbrauchern für erbrachte Leistungen berechnet. Unternehmer dürfen für Leistungen zur Aufrechterhaltung ihres Geschäftsbetriebs die zunächst gezahlte Umsatzsteuer abziehen. Diese heißt dann Vorsteuer. Hast du mehr Vorsteuer gezahlt als Umsatzsteuer eingenommen, kannst du dir die Differenz vom Finanzamt mit der Umsatzsteuervoranmeldung zurückerstatten lassen.

Umsatzsteuererklärung

Bis zu einer Umsatzsteuerlast von 7.500 Euro im Jahr musst du vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben und die vereinnahmte Umsatzsteuer an das Finanzamt überweisen. Bei mehr als 7.500 Euro Umsatzsteuer pro Jahr musst du die Voranmeldung monatlich immer bis zum 10. des Folgemonats einreichen und den Betrag auch bis zu diesem Tag an das Finanzamt überweisen.

Gewerbesteuer für Einzelunternehmen

Die Gewerbesteuer (eigentlich Gewerbeertragssteuer) ist eine Steuer auf den Gewerbeertrag von Unternehmen. Auch Einzelunternehmen müssen die Gewerbesteuer entrichten, aber nur, wenn du ein Gewerbe betreibst und eine Gewinnschwelle von 24.500 Euro überschreitest.

Freiberufler sowie Land- und Forstwirtschaftliche sind von der Gewerbesteuer befreit. Außer sie sind im Handelsregister eingetragen.

Der kommunale Hebesatz

Die Berechnung des Gewerbeertrags erfolgt bei Einzelunternehmen meist mit der EÜR.

Allerdings gibt es bestimmte Hinzurechnungen und Kürzungen. Hinzurechnungen sind beispielsweise Finanzierungskosten, Kürzungen sind z.B. anderweitig entstandene Steuern wie Grundsteuern auf Betriebsgrundstücke. Dieser Rohertrag wird mit der bundesweit einheitlichen Steuermesszahl von 3,5 Prozent multipliziert. Das ergibt dann den zu versteuernden Gewerbesteuermessbetrag.

Hier kommt nun der kommunale Hebesatz ins Spiel: Jede Gemeinde und Stadt kann diesen Hebesatz durch eine eigene Satzung festlegen. Es gilt der Grundsatz: Je attraktiver eine Gemeinde ist, desto höher ist der Hebesatz. München mit einem Hebesatz von 490 Punkten zum Beispiel ist dadurch eine der teuersten Städte für Unternehmen.

 

15 Tipps zum Steuern sparen

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Kann ich als Einzelunternehmer einen Firmenwagen absetzen? Ja, mit Einschränkungen!

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Fazit

Sicherlich kann sich jeder denken, dass Einzelunternehmen Steuern zahlen müssen. Allerdings gibt es gerade für Einzelunternehmen sehr viele Ausnahmen und Sonderregelungen die mit steigendem Umsatz/Gewinn immer andere Auswirkungen haben können. Daher solltest du wirklich schon früh einen Steuerberater zu Rate ziehen um für dich das Maximale herauszuholen.

Übrigens: Die Ausgaben für eine Steuersoftware oder einen Steuerberater, sind zu 100 Prozent als Betriebsausgabe absetzbar. Daher wiederhole ich gerne: Ein Steuerberater ist nicht als Kosten, sondern als Gewinn anzusehen.

 
 

 

Und höre nie auf zu lernen...

 

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