STEUERTIPPS FÜR EINZELUNTERNEHMEN

15 Tipps mit denen du als Einzelunternehmer sofort Steuern sparen kannst. 

Steuern... ein wohlmöglich leidiges Thema für die meisten von uns. Leider kann ich euch nicht von der Steuerlast befreien, aber ich kann euch zumindest ein paar Tipps mit auf den Weg geben, mit denen Ihr ganz legal Steuern sparen könnt. Zu Beginn am besten mit einer Steuersoftware.

1. Fahrtkosten

Nutzt du deinen Pkw nahezu ausschließlich (mehr als 90 Prozent) beruflich? In diesem Fall ist der Pkw ein Arbeitsmittel. Damit sind alle Aufwendungen (AfA, Zinsen, Kraftstoff, Versicherungen etc.) als Werbungskosten deines Einzelunternehmens abzugsfähig. 

 
2. Bewirtungskosten

Beim Essen werden Geschäfte gemacht! Dieser Satz gehört zu den ältesten Business-Weisheiten überhaupt. Und weil das auch die Finanzbehörden wissen, können Sie die Bewirtungskosten für die Kunden oder Mitarbeiter deines Einzelunternehmens zu einem großen Teil als Betriebsausgaben geltend machen. Wichtigste Grundregel dabei: Damit das Finanzamt die Kosten anerkennt, müssen sie angemessen und plausibel sein

 
3. Reisekosten

Mit der Reisekostenreform 2014 wurde nicht nur einfach der Begriff "regelmäßige Arbeitsstätte" durch "erste Tätigkeitsstätte" ersetzt - auch in steuerlicher Hinsicht hat sich einiges geändert. Als erste Tätigkeitsstätte kommt ab 2014 nicht nur eine ortsfeste Einrichtung des Arbeitgebers in Betracht, sondern auch die eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten (z.B. Outsourcing, längerer Projekteinsatz beim Kunden etc.). Die neuen Bestimmungen haben erhebliche Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung von Reisekosten und den Kostenabzug bei doppelter Haushaltsführung

 
4. Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)

Wenn du Maschinen oder Autos für dein Einzelunternehmen kaufst, schreibst du den Kaufpreis in der Regel auf mehrere Jahre verteilt ab. Doch das lohnt sich nicht beim Kauf von Gegenständen, die vergleichsweise wenig kosten. Deshalb akzeptiert das Finanzamt bei GWG eine vereinfachte Abschreibung. Aber Vorsicht: Auch hier gibt es verschiedene Varianten!

 
5. Geschenke

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft - und manchmal auch Kunden oder erfahrene Mitarbeiter deines Einzelunternehmens. Wenn du dich bei Geschäftspartnern oder Angestellten erkenntlich zeigst, kannst du einen Teil der Kosten als Betriebsausgaben verbuchen.

 
6. Arbeitszimmer

Als Einzelunternehmer kannst du die Kosten für ein Arbeitszimmer in deinem Haus oder in deiner Wohnung unter bestimmten Voraussetzungen als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Unbegrenzt abzugsfähig sind die Kosten, wenn das Arbeitszimmer entweder Betriebsstätte oder Mittelpunkt des Einzelunternehmens ist. Falls dies nicht zutrifft, dir aber für die im Arbeitszimmer ausgeübte berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (z.B. weil es in der Werkstatt oder Lagerhalle kein Büro für die Buchhaltung gibt), kannst du immerhin noch bis zu 1.250 EUR pro Jahr als Betriebsausgaben absetzen.

 
7. Firmengebäude abschreiben

Wenn du Büro-, Produktions- oder Lagergebäude betrieblich nutzt, um Einkünfte zu erzielen, kannst du die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten steuerlich absetzen. Ob du gewerblich, freiberuflich oder nichtselbstständig tätig bist, spielt dabei keine Rolle.

 
8. Arbeitsverträge mit Familienangehörigen

Das Wort "Familienbetrieb" sagt schon sehr viel über die Struktur vieler kleiner und mittlerer Unternehmen (auch Einzelunternehmen) in Deutschland aus. Wenn alle ihre Fähigkeiten einbringen, ist das eine schöne und häufig erfolgreiche Sache. Nebenbei bringen dir Arbeitsverträge mit dem Ehepartner oder mit anderen nahen Angehörigen aber auch finanzielle Vorteile und steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten. Bei steuerfreien Sonderzuwendungen beispielsweise profitiert dein Einzelunternehmen durch absetzbare Betriebsausgaben und der Angehörige durch steuerfreie Einkünfte.

 
9. Rürup- und Riester-Rente

Sowohl die Altersvorsorge mit sogenannten Riester-Verträgen als auch die Rürup-Rente werden staatlich gefördert. Einzelunternehmer haben dabei Anspruch auf einen Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgebeiträge in der Einkommensteuererklärung.

 
10. Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag kann für Einzelnternehmer vor allem in sehr guten Geschäftsjahren interessant sein. Wenn du deutlich mehr Gewinn erzielt hast als erwartet, kannst du mit diesem Instrument den Betriebsgewinn mindern und Geld für künftige Investitionen zurücklegen

 
11. Rückstellungen - beispielsweise für die Rente

Gerade als Einzelunternehmer solltest du deine Altersvorsorge rechtzeitig planen - auch die Firmenrente. Als GmbH-Geschäftsführer beispielsweise musst du die Weichen für deine Rente mindestens 10 Jahre vor dem geplanten Ruhestand stellen und entsprechende Rückstellungen in der Bilanz bilden (sonst unterstellt das Finanzamt eine verdeckte  Gewinnausschüttung). Dein steuerlicher Vorteil dabei: Die Rückstellungen kannst du direkt vom Gewinn abziehen, du zahlst also weniger Steuern.

 
12. Eigenbeleg

Restaurantrechnung verloren? Oder die Tankquittungen der letzten Messe? Das ist ärgerlich, denn ohne Beleg erkennt das Finanzamt diese Ausgaben in der Regel nicht an. Aber es gibt einen Ausweg: In Einzelfällen kannst du - als Ersatz für die verlorenen Belege - einen Eigenbeleg ausfüllen. Dabei solltest du darauf achten, dass der Eigenbeleg möglichst die gleichen Angaben enthält wie der Originale (also Zahlungsempfänger, Betrag, Datum, Zahlungsgrund etc.). Auch deine Unterschrift auf dem - zeitnah ausgefüllten - Eigenbeleg ist hilfreich.

 
13. Thesaurierungsbegünstigung

Wenn du zu den Besserverdienern gehörst und dein Einkommensteuersatz deutlich über 40 Prozent liegt, gibt es für Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer gewerblichen Personengesellschaft eine steuerlich günstige Alternative: Verzichte auf die Gewinnentnahme. Denn für nicht entnommene (thesaurierte) Gewinne verlangt das Finanzamt nur einen Steuersatz von 28,25 Prozent. Voraussetzungen: Du bist als Gesellschafter einer (bilanzierenden) Personengesellschaft entweder zu mehr als zehn Prozent an der Gesellschaft beteiligt, oder dein Gewinnanteil beträgt mehr als 10.000 Euro. Und einen kleinen Haken hat die Sache auch: Wenn du die nicht entnommenen Gewinne in späteren Jahren für die Finanzierung privater Ausgaben doch entnimmst, verlangt das Finanzamt eine Nachversteuerung von 25 Prozent. Ob sich das Modell in deinem Fall lohnt, solltest du mit deinem Steuerberater besprechen.

 
14. Familienangehörige steuersparend einsetzen

Wenn du Familienangehörige nicht länger als zwei Monate oder 50 Tage im Jahr beschäftigst, kannst du gehörig Steuern sparen: Für diese Form der zeitlich sehr begrenzten, kurzfristigen Beschäftigungen - etwa für die Inventur oder das Weihnachtsgeschäft - gibt es verschiedene Möglichkeiten der Steuerpauschalierung, die sowohl für dich als auch für deine Familienangehörigen von Vorteil sein können.

 
15. Atypische Stille Beteiligung

Wie der Name schon andeutet, tritt der Gesellschafter bei dieser Beteiligungsform nach außen hin nicht in Erscheinung. Trotzdem bieten sich interessante steuerliche Möglichkeiten. Kauft sich beispielsweise ein GmbH-Geschäftsführer bei der eigenen Firma als stiller Teilhaber ein, kann er bei der Gewerbesteuer einen Freibetrag von 24.500 Euro in Anspruch nehmen.

Mehr zu den steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten im Detail erfährst du von deinem Steuerberater.

 
 

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